Macht Obst dick?

Macht Obst dick
Macht Obst dick

Immer wieder hört man seit einigen Jahren, dass zu viel Obst dick macht. Das ist teilweise richtig, aber wird oftmals übertrieben.

Die meisten Sorten sind fettfrei und haben viele Ballaststoffe. Als problematisch gilt der Fruchtzucker (Fructose), der unter bestimmten Bedingungen in Körperfett umgewandelt wird. Der Körper kann Fruchtzucker nur in gewissen Mengen verarbeiten. Fruchtzucker ist, genau wie Industriezucker auch, nichts anderes als Kohlenhydrat und dieses wird üblicherweise in Muskeln und in der Leber gespeichert. Nun ist es jedoch so, dass Fruchtzucker nicht in den Muskeln gespeichert werden kann, weil den Muskeln ein bestimmtes Enzym fehlt. So kommt nur der Glykogenspeicher der Leber für die Fructose in Frage und hier beginnt das Problem.

Fruchtzucker wird leichter in Körperfett umgewandelt

Wenn der Glykogenspeicher der Leber voll ist, wird die Glucose in Fett umgewandelt und dies ist für den Körper leichter zu bewerkstelligen als die Umwandlung anderer Kohlenhydrate. Dieses Fett zirkuliert frei im Körper und wird bei Bedarf verbrannt. Nur wenn es nicht verbrannt wird, kann es als Körperfett gespeichert werden.

Auf Obst achten ist die Kür, aber nicht das Entscheidende

Ja, es stimmt, dass Obst dick machen kann. Aber im Vergleich zu anderen Körperfettquellen ist es vernachlässigbar, vor allem weil Obst insgesamt viele gesunde Bestandteile mitbringt. Deshalb sollten lieber erst einmal andere „Gefahrenquellen“ in der Ernährung beseitigt werden. Wer ganz perfektionistisch ist, kann sich zusätzlich darauf beschränken, Obst nur morgens zu sich zu nehmen. Am Morgen ist der Leberglykogenspeicher noch nicht voll, weshalb hier die Fructose entsprechend gespeichert werden kann. Ich halte es jedoch für übertrieben, solange man sich nicht gerade jeden Abend eine komplette Tüte Äpfel reinzieht.

Hilfreich: Körperfettwaagen und Caliperzangen zur regelmäßigen Kontrolle des eigenen Körperfettanteils.